Camino 22

Waar waren we ook al weer gebleven op de camino? De vorige keer berichtte ik over Arles – Camino 21. Het beginpunt van Le chemin d’Arles.

Bij het VVV in Arles krijg ik een slecht leesbare kopie. De mevrouw belooft echter een prachtige route naar St. Gilles en véél mooier dan de officiële. ‘ Het is ook niet zo zwaar’ zo vertrouwt de mevrouw mij toe.’Makkelijk te vinden?’ informeer ik nog. ‘Ja hoor, geen probleem.’

Al snel na vertrek uit de stad passeer ik twee Leeuwen die rustig liggen te bakken in de zon. Dit klopt volgens mijn beschrijving. Een strakblauwe lucht, geen zuchtje wind: het ‘loopt’ goed. Wat een leven! Maar opeens verstoort geblaf in in de verte mijn blijheid.

Help! Een enorme hond. Ik durf bijna niet te kijken. Ik ben zo dom geweest om geen wandelstokken mee te nemen. Spijt! Het geblaf wordt harder en in mijn fantasie wordt de hond steeds groter en gemener. Ik kijk om me heen om te zien of er stenen liggen. Stokken dan? Niets. Wat te doen? Ik ben geen heldin als het om honden gaat. Ik ben sowieso geen heldin. Om eventjes na te denken en vooral om een confrontatie uit te stellen haal ik iets uit mijn rugzak en begin te eten. Raar gedrag waarschijnlijk. Hoe kan je nu aan eten denken als je bang bent? Ik geniet toch maar lekker van een appeltje.

Dan zie ik een wat oudere grijze meneer. Hè, die hond lijkt wel bij die man te horen. Twee wandelaars passeren me en groeten. Ik groet terug en doe alsof ik heel toevallig gewoon een appeltje sta te eten. En ondertussen is dat ook zo. De meneer komt dichterbij en groet mij. Hij wenst me zelfs een goede wandeling. De hond kwispelt een beetje en loopt mee met de man.

Ik begrijp echt niet waar ik nou zo bang voor ben geweest. Witte Camargue Paarden aan mijn linkerhand. Hè lekker denk ik: paarden achter een hek. Niets om bang voor te zijn. De route is opeens heel simpel: recht vooruit maar. Het is een soort opgeworpen dijk. Met kiezels.

Na een flinke tijd kiezels, kom ik bij een oude ijzeren spoorbrug (niet op de foto, dat is een andere brug. Kom op zeg: daar durf ik wel overheen, maar dat zou de verkeerde kant op gaan).

Er staan een rood kruis op en waarschuwingstekens. Uit de onduidelijke kopie kan ik niet opmaken of ik er nu wel of niet overheen kan. Het ziet er verroest uit. Er gaan vast geen treinen meer overheen. Kan je er doorheen zakken? Het doet me denken aan de film: ‘Stand by me’ (naar een boek van Stephen King). Dat helpt niet echt. Ik probeer een stukje de brug op te lopen en meen allerlei geluiden te horen. Onder mij een rivier. Geen grote kolkende, maar toch. Uiteindelijk loop ik de andere kant op.

Weglopen van de spoorbrug lukt inderdaad gemakkelijk. Maar het had weinig zin. Een uur later moet ik accepteren dat ik fout ben gelopen. Dan sta ik al op een troosteloos bedrijfsterrein en leg uit aan een werknemer dat ik de Chemin d’Arles aan het lopen ben.

‘Wat bent u aan het doen?!?’ Nou, eh, de Chemin d’Arles en toen kwam ik vlakbij die spoorbrug’. Hij onderbreekt me: ‘Vous êtes fou!’. Hij kijkt heel boos en ik wil nog vragen: ‘Waarom zegt u niet ‘folle?’ maar het is niet het moment. Deze meneer heeft een Hele Boze Dag en ik kom als geroepen. Een verdwaalde pelgrim. Daar weet die Boze meneer wel raad mee. Hij kijkt me nog eens afkeurend aan, van top tot teen. Heerlijk, daar zat ik net op te wachten.

Gilles du Gard is mijn eindpunt van de dag, maar ik kom niet lopend het dorp binnen. Een wonder? Nee hoor. Na veel gezucht en gesteun besluit de boze werknemer aan een andere werknemer te vragen of ik eventjes gebracht kan worden in een auto. Die werknemer zucht ook een hoop maar daar kan ik wel tegen.

Je wordt heel flexibel als pelgrim. Vooral na 2 Kleine Avonturen op één dag. Klein als je ze navertelt, maar Groot als je ze meemaakt.

Der Jakobsweg 22 – Aller Anfang ist mühsam

Wo waren wir stehen geblieben, was den Jakobsweg angeht? Voriges Mal berichtete ich über Arles – siehe “Jakobsweg 21”. Den Ausgangspunkt von “Le chemin d’Arles”.

Beim Fremdenverkehrsamt in Arles bekam ich eine schlecht lesbare Kopie. Aber die Mitarbeiterin versprach mir eine viel schönere Wanderstrecke nach St. Gilles als der offizielle Pilgerweg. “Es ist auch nicht so anstrengend”, vertraut mir die Frau an. “Ist der Weg leicht zu finden?”, frage ich noch. “Ja, ganz sicher, kein Problem”.

Kurz nachdem ich die Stadt verlassen habe, komme ich an zwei Löwenstatuen vorbei, die ruhig in der Sonne zu dösen scheinen. Oh, dann stimmt also die Beschreibung, die ich von der Frau bekommen habe! Ein strahlendblauer Himmel, keinerlei Windhauch: so lässt es sich gut wandern. Was für ein Leben. Aber plötzlich wird meine Glückseligkeit durch Hundegebell gestört. Oh je! Hilfe! Das ist ein riesiger Hund. Ich traue mich kaum, hinzusehen. Ich war so dumm, keinen Wanderstab mitzunehmen, so habe ich gar nichts, um mich zu verteidigen. Mensch! Das Gebell wird lauter und in meiner Phantasie wird der Hund immer größer und gefährlicher. Ich schaue schnell um mich, ob da irgendwo Steine liegen, mit denen ich mich verteidigen könnte. Nein, leider. Stöcke, Äste? – Nichts davon. Was soll ich jetzt bloß tun? Ich bin keine Heldin, wenn es um Hunde geht. Ich bin sowieso keine Heldin. Um mich zu beruhigen und zu überlegen, was ich tun kann – und vor allem, um eine Konfrontation mit dem Hund zu vermeiden – hole ich etwas zu Essen aus meinem Rucksack. Ziemlich merkwürdiges Verhalten wahrscheinlich. Wie kann man essen, wenn man Angst hat? Und doch, esse ich mit ziemlichem Genuss einen Apfel.

Dann sehe ich plötzlich einen etwas älteren grauhaarigen Herr. Ha, der Hund scheint zu dem Mann zu gehören. Zwei Wanderer kommen an mir vorbei und sagen mir Guten Tag. Ich grüße zurück und tue so, als stehe ich nur zufällig hier, um meinen Apfel zu essen. Und mittlerweile ist das ja auch so. Der ältere Mann kommt näher und grüßt mich. Er wünscht mir sogar eine schöne Wanderung. Der Hund wedelt mit dem Schwanz und läuft neben dem Mann her. Und ich begreife auf einmal gar nicht mehr, wovor ich nun so viel Angst gehabt habe.

Beim Weiterwandern sehe ich weiße Camargue-Pferde auf meiner linken Seite. Ich denke: “Oh, super, die Pferde sind hinter einer Hecke, kein Grund also für Angst”. Die Strecke wird auf einmal sehr einfach, ich muss nur einfach gerade aus weiter laufen. Da ist eine Art aufgeworfener Deich. Mit Kieseln. Nach einiger Zeit auf den Kieseln zu laufen, lande ich bei einer alten eisernen Eisenbahnbrücke (auf dem Foto ist eine andere Eisenbahnbrücke zu sehen, nicht die hier genannte. Über diese könnte ich natürlich gehen, aber leider wäre das dann der falsche Pfad!)

Dicht bei der Brücke stehe ein rotes Kreuz und ein Warnzeichen. Tja, aus meiner schlechten Kopie kann ich nicht herauslesen, ob ich nun über die Brücke kann oder nicht. Sie sieht ziemlich verrostet aus. Wahrscheinlich fahren da schon längst keine Züge mehr drüber. Also, was tun? Drüber laufen oder nicht? Könnte ich einbrechen dabei, weil alles so verrostet ist? Ich muss an den Film “Stand by me” denken (nach einem Buch von Stephen King). Aber, das hilft mir auch nicht so recht weiter. Ich fasse mir ein Herz und beginne, auf die Brücke zuzugehen und bilde mir ein, allerlei Geräusche zu hören. Unter mir ist ein Fluss. Kein großer wirbelnder Fluss, aber doch immerhin ein Fluss. Schließlich beschließe ich, die Brücke doch nicht zu nutzen. Wegzukommen von der Brücke ist einfach. Aber, es macht leider wenig Sinn. Denn nach einer Stunde etwa muss ich akzeptieren, dass ich in die Irre gelaufen bin. Ich stehe auf einem trostlosen Gewerbegelände und erkläre einem Arbeitnehmer, der da rum steht, dass ich den “Chemin d’Arles” am Wandern bin. “Was machen Sie???” – “Nun ja, ich wandere auf dem Chemin d’Arles, aber dann kam ich an die Eisenbahnbrücke und da war ich mir nicht mehr sicher, wie es weiter geht.” Er unterbricht mich: “Sie sind verrückt!” Er kuckt ziemlich böse und ich überlege noch, ihn zu fragen: “Warum sagen Sie nicht ‘folle” (die weibliche Form für ‘verrückt’)?”, aber das ist nicht der Moment für Spitzfindigkeiten. Dieser Mann hatte wohl ziemlich schlechte Laune und ich kam da wie gerufen. Eine verirrte Pilgerin. Man sieht ihm an, dass er darüber eine ziemlich eindeutige Meinung hat. Und wie der mich verächtlich von Kopf bis Fuß inspiziert! Genau das hat mir heute noch gefehlt!

Das Tagesziel heute ist eigentlich St. Gilles du Gard, aber ich komme nicht wandernd ins Dorf. Ein Wunder? Nein, natürlich nicht. Nach viel Geseufze und Gestöhne fragt der Mann schließlich einen Arbeitskollegen, ob er mich nicht eventuell mit dem Auto mitnehmen könnte nach St. Gilles. Der Kollege seufzt auch, aber das ist mir jetzt echt egal. Ich will nur endlich nach St. Gilles.

Als Pilger muss man flexibel sein. Vor allem, wenn man gleich zwei kleine Abenteuer an einem Tag mitgemacht hat. Nun ja, sie sind “klein”, wenn man sie rückwirkend anderen erzählt, aber während man sie aktuell erlebt, erscheinen sie einem als ziemlich “große” Abenteuer.


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